Franz Grillparzer - Franz Grillparzer. PDF

PDF Ein Buch aus einer Epoche, zwischen der und uns "noch geheime Fäden liefen bis auf den gestrigen Tag" (wie Hofmannsthal 1922 das Verhältnis von Spanien des 17.Jhs. und seinen Zeitgenossen beschreibt). Eine Epoche, in der zur Entlassung eines nachlässigen Hauslehrers kommt, weil Vater Grillparzer, Jurist, eines Tages "einen lateinischen Brief nach Ungarn zu schreiben hatte" und deshalb im Schulzimmer der Kinder ein Lateinwörterbuch sucht - nicht etwa in panischer Unbewandertheit, sondern lediglich "wegen eines Ausdrucks im Zweifel" - und keines vorfindet. Eine Zeit, in der man französische Schriftsteller noch so kritiseren kann: "Diese Leute sind ungemein von sich eingenommen, weil ihnen nicht deutlich wird, daß sie zwei Dritteile ihres Ruhmes dem Umstande verdanken, daß sie französisch, also in der Weltsprache, schreiben".
All das mögen Nostalgica sein. Nun lebe ich ja in durchaus österreichfernen Landen, wo es gut möglich ist, von Grillparzer sein Lebtag keine Zeile zu lesen zu bekommen. Unsere Deutschprofessoren haben uns, wenn überhaupt, am ehesten leise Verachtung gegen österreichisches Biedermeier und die geduckten Nischenleben im "Polizeistaat Metternichs" vermitteln wollen. Wie gut tut da der helläugige Blick eines Metternich-Sympathisanten auf Deutschland. Kaum Goethen läßt er in Ruhe, in der Schilderung seiner beiden Begegnungen kommt das chamäleonhafte des Olympiers gut zum Scheinen, zum dritten Mal geladen, geht er nicht hin, weil er von seinem Unwert als Gesprächspartner des kniefällig verehrten Goethes durchdrungen ist.
Kniefällig? An anderer Stelle: "Zugleich war ich kein Freund der neueren Bildungsdichter, selbst Schiller und Goethe mitgerechnet." Aber harmlos gegen: "Trotz seiner mannigfachen Gaben habe ich doch Tieck nie leiden mögen. Im Komisch-Parodischen ist er mitunter vortrefflich und wenn nicht das Formlose seiner Anlage wäre, er hätte ein guter Lustspieldichter werden können. Alles übrige ist gesucht und gemacht. Er und Jean Paul gehören zu unter die frühesten Verderber unserer Literatur. [..] Jean Paul hatte, im Gegensatz zu Tieck, eine wirkliche und wahre Empfindung; er ging ihr aber als einem Genußmittel nach und verfiel dadurch in Empfindelei. Da nun zugleich seine Phantasie nicht gleichen Schritt hielt, so geriet er, so oft die Empfindung vorherrschte, in Nebelgestalten, und wenn er objektiv sein wollte, auf Gemeinheiten. Nur in seinen Stilleben gelang es ihm beide zu vereinigen, und da ist er auch vortrefflich."
Erhobene Bildungs-Zeigefinger, empfindelnde Nebelgestalten, lieber als Stilleben zu genießende - trifft er da nicht leider manchen Kern?

Tags: download, franz grillparzer, ebook, pdf, franz grillparzer

download Franz Grillparzer Franz Grillparzer PDF

Download from mirrors