Thomas Ligotti - Teatro Grottesco und andere Erzählungen (Edition Metzengerstein Band 4) [Teatro Grottesco and Other Stories]. PDF

PDF Freunde der anspruchsvollen Horrorliteratur mussten geduldig sein. Jetzt aber liegt das Teatro Grottesco vom Meister der psychologischen Fantastik, Thomas Ligotti, endlich in einer Neuauflage vor. Um seine Geschichten zu verstehen, muss man vielleicht einen Abstecher in die Biografie des Autors unternehmen: Ligotti (geb. 1953) träumte in seiner Jugend davon, Rockstar oder Baseballspieler zu werden. Nach Depression und Drogenmissbrauch fand er schließlich zur Literatur. Lesen und Schreiben helfen ihm, mit seinen Ängsten fertig zu werden. Wer die Geschichten liest, wird mit dem Kopf nicken. Denn da lauern keine Monster unter dem Bett. Es krächzt keine Diele in einem morbiden Landhaus. Überhaupt zeigt sich Ligotti wenig interessiert an unserer Umwelt, was andere Genreautoren brauchen, um den Schrecken in den Alltag ihrer Protagonisten und damit ihrer Leser zu jagen. Ligotti löscht den klaren Sinn. Irrsinn ist sein Thema, aber auch Blickwinkel und Mittler der Darstellung. Nur auf diesem Wege schafft Ligotti einen neuen Sinn. Der manchmal wiederum im Irrsinn liegt. Fürwahr ein subtiler Schrecken, der bereits die großen Meister der "Weird Fiction", Lovecraft, Poe und Bierce auszeichnete. Gerne wird in Zusammenhang mit Ligotti auch Kafka genannt. Das könnte hinhauen. Ligottis zwölf Geschichten schildern krankhafte Sonderlinge, die entdecken, dass die strikte Ordnung der sichtbaren Welt tatsächlich nur ein Schein ist ("Das Tagebuch des J.P. Drapeau"), Geisteskranke, die dem Bösen verfallen ("Die Bibliothek von Byzanz"), eine verlassene Fabrikanlage, die sich gegen die Natur verschworen hat und von ihr immer wieder grausam bestraft wird ("Der rote Turm"), surreale Einbildungen eines Schlaflosen, die sich als echt erweisen ("Die Schwierigkeiten des Dr. Thoss") oder die Kunstmagie, in der der Verstand nicht mehr zwischen Wahrheit und Täuschung unterscheiden kann ("Tankstellen-Jahrmärkte").

Die hier vereinten zwölf Geschichten sind kein Lesefutter für einfache Gemüter. Nur mit Ruhe und Muße und bisweilen einem wiederholten Lesen, eröffnet sich dem Leser das groteske Theater des Thomas Ligotti. —Marcel Feige


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